Romanische Architektur
Bucksturm
Der Bucksturm in Osnabrück erzählt von Stadtverteidigung und dunkler Gefängnisgeschichte – ein eindrucksvoller Blick ins Mittelalter.
- Öffnungszeiten beim Museum erfragen nach den regulären Öffnungszeiten
- Bocksmauer, 49074 Osnabrück
- Eintrittspreise auf der Website des Museums Preise ändern sich häufig – osna⁺ zeigt sie deshalb nicht an.
Öffnungszeiten
Der Turm gehört zum Museumsquartier, MQ4, und ist zu besichtigen.
https://www.museumsquartier-osnabrueck.de/ausstellung/historischer-wachturm-bucksturm/
Feiertage und Sonderschließungen können abweichen.
Veranstaltungen im Haus
- Flohmarkt für Kinderkleidung und Spielsachen18.10., 14:30 Uhr
- Familien-Pizzabuffet mit Salat18.10., 17:30 Uhr
- DÈЛIYA und Iron Cake18.10., 19:30 Uhr
- Blue Monday Jam19.10., 20:00 Uhr
- Everytime20.10., 18:00 Uhr
Über das Museum
An der Bocksmauer in Osnabrück befindet sich der aus dem 13. Jahrhundert stammende Bucksturm. Bis zum weitestgehenden Abriss der städtischen Wehranlagen im 19. Jahrhundert war der früher auch Bocksturm genannte Wachturm Teil der mittelalterlichen Stadtmauer. Ein detaillierter Plan aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges gibt einen Überblick auf die Wallanlagen und die ursprünglich 30 Befestigungsbauwerke, die die Stadt umgaben.
Der Bucksturm war von beiden Seiten geöffnet und somit für die diensthabenden Wachen über die Stadtmauer zugänglich. In den Wintermonaten konnten sie sich im Turm mit einer Kohlepfanne aufwärmen. Die ehemaligen Zugänge des halbrunden Turms sind heute noch erkennbar. Mit seiner ursprünglichen Höhe von etwa 28 Metern galt er als der höchste Befestigungsturm der Stadt. Allerdings mussten aufgrund von Baufälligkeit 1805 zehn Meter abgetragen werden. Seither hat er vier Geschosse. Der heute noch 18 Meter hohe Bucksturm verfügt über einen Durchmesser von 10,7 Metern und relativ kleine Schießscharten. Dies lässt darauf schließen, dass der Turm nie für Kanonen, sondern lediglich für kleine Handfeuerwaffen vorgesehen war.
An der Westseite des Bucksturm befindet sich ein am 1. Oktober 1922 eingeweihtes Kriegerdenkmal des Bildhauers Hermann Hosaeus für das Infanterie-Regiment “Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig” Nr. 78.
Weitere Überreste der ehemaligen Stadtbefestigung sind beispielsweise der Neustädter Turm, der Pernickelturm, der Plümersturm oder die Vitschanze. Geblieben ist außerdem der von Linden umgebene Herrenteichswall an der Hase, der zum Spazieren und Flanieren einlädt.
Der Turm gehört zum Museumsquartier, MQ4, und ist zu besichtigen.
https://www.museumsquartier-osnabrueck.de/ausstellung/historischer-wachturm-bucksturm/
NamensherkunftDas mittelalterliche Osnabrück musste sich aus eigenen Kräften verteidigen und hatte dafür zu wenige Soldaten. Es wurden Partnerschaften mit Adelsfamilien geschlossen, die sich gegen finanzielle Vergütung zur Verteidigung eines Teils der Stadtmauer verpflichteten. Im Abschnitt des späteren Bucksturms hieß die zuständige Familie "von Buck" (für einen anderen Abschnitt war beispielsweise die Familie "von Bar" zuständig.) Die Adelsfamilien kennzeichneten ihre jeweiligen Mauerabschnitte mit ihren Wappentieren, Familie von Buck mit dem Bock und Familie von Bar mit dem Bären. Ein Bucks-/Bockskopf im nicht mehr erhaltenen obersten Geschoss des Turms soll darauf hingewiesen haben. So konnten die zugehörigen Soldaten erkennen, welchen Teil der Stadtmauer sie verteidigen mussten.
Der JohanniskastenHistorische Bedeutung erlangte der Bucksturm in seiner Zeit als städtisches Gefängnis. Im Jahr 1305 wurde Graf Simon von der Lippe hier für sechs Jahre eingesperrt, 1534 die Abgesandten der Wiedertäufer aus Münster. Vor allem bekannt ist der Bucksturm aber für den “Johanniskasten” in der zweiten Etage. In diesem aus massiven Eichenbohlen gefertigten Kasten wurden ab dem 13. Jahrhundert Gefangene gehalten. Der Name stammt von seinem wohl spektakulärsten Insassen: dem Raubritter Johann von Hoya, der als Kriegsgefangener der Osnabrücker von 1441 bis 1448 im Kasten festgesetzt wurde.
Der Bucksturm und die Hexenverfolgung in OsnabrückWährend der Hexenverfolgung diente der Bucksturm im 16. und 17. Jahrhundert zusätzlich als Folterkammer. Insgesamt 260 Todesopfer (256 Frauen und vier Männer) wurden in Osnabrück zwischen 1490 und 1639 zahlenmäßig erfasst. Gerade mit Beginn der Neuzeit wurde Osnabrück eine Hochburg der Hexenverfolgungen. Zwischen 1583 und 1592 eskalierte die Verfolgungswelle mit 180 hingerichteten Frauen. Dieser starke Verfolgungseifer wurde häufig durch persönliche Interessen und das aktive Zutun einzelner sogenannter “Hexenjäger” verstärkt, wie z. B. durch die Osnabrücker Bürgermeister Rudolf Hammacher und Wilhelm Peltzer. Letzterem sei auch die letzte große Hexenverfolgung zwischen 1635 und 1639 zuzurechnen.
Machtpolitische und konfessionelle Konflikte beeinflussten…
Quelle: Open Data Niedersachsen (destination.one). Text: CC0. Angaben ohne Gewähr.