Kulturgeschichtliches Spezialmuseum
MQ4 - Museumsquartier Osnabrück
Vier Häuser, starke Geschichten: Das MQ4 verbindet Felix Nussbaums Kunst, Osnabrücker Stadtgeschichte und Debatten zur Demokratie.
- Geöffnet bis 18 Uhr nach den regulären Öffnungszeiten
- Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück
- Eintrittspreise auf der Website des Museums Preise ändern sich häufig – osna⁺ zeigt sie deshalb nicht an.
Öffnungszeiten
- Heute 18.10. 10–18 Uhr
- Morgen 19.10. geschlossen
- Dienstag 20.10. 11–18 Uhr
- Mittwoch 21.10. 11–18 Uhr
- Donnerstag 22.10. 11–18 Uhr
- Freitag 23.10. 11–18 Uhr
- Samstag 24.10. 10–18 Uhr
Angabe des Museums im Wortlaut
Dienstag bis Freitag: 11 - 18 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag: 10 - 18 Uhr
Ruhetag laut Museum: Montag
Feiertage und Sonderschließungen können abweichen – aktuelle Hinweise auf der Website des Museums.
Veranstaltungen im Haus
- Michaela Melián: Osnabrücker Gesänge – Rosi Ève Hélène.18.10., 10:00 Uhr
- Osnabrücker Stadtspuren18.10., 10:00 Uhr
- Kunstpreis Osnabrück 202618.10., 10:00 Uhr
- Sammlung - Felix Nussbaum18.10., 10:00 Uhr
- Flohmarkt für Kinderkleidung und Spielsachen18.10., 14:30 Uhr
Über das Museum
Das Museumsquartier Osnabrück vereint vier Häuser verschiedener Epochen: Das Felix-Nussbaum-Haus (1998) samt Erweiterungsbau (2011), das Kulturgeschichtliche Museum (1888/1899), das Akzisehaus (1807) sowie „Die Villa_“ - ehemals Villa Schlikker (1900/1901).
Während das Felix-Nussbaum-Haus die international größte Sammlung der Werke des Malers Felix Nussbaum beherbergt, widmet sich das Kulturgeschichtliche Museum der Osnabrücker Stadtgeschichte und einer umfangreichen Sammlung grafischer Werke Albrecht Dürers, darunter Holzschnitte und Kupferstiche. „Die Villa_“ versteht sich als Debatten-Raum, als ein Ort, in dem Ideen entstehen, wie die Demokratie gestärkt werden kann. Ausgangspunkt ist eine neu konzipierte, kritische Dauerausstellung zum Leben und Wirken des Osnabrücker Juristen Hans Georg Calmeyer. Er hat während des Nationalsozialismus Juden gerettet, sich zugleich jedoch am NS-Terror mitschuldig gemacht. Diese Ambivalenz gibt der „Villa_“ ihre inhaltliche Orientierung. Das ehemalige Zollhaus “Akzisehaus” dient als Ort für wechselnde kleine Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Vorträge und Präsentationen.
Die RundbogenbrückeEingebunden in das Quartier und insbesondere das Felix-Nussbaum-Haus, ist die aus dem 17. Jahrhundert stammende steinerne Rundbrücke (auch “Ravelinbrücke” genannt). Diese wurde bei den Vorbereitungen zum Bau des Felix-Nussbaum-Hauses 1996 wiederentdeckt. Sie überspannte den Stadtgraben und war Teil der ehemaligen Heger Tor-Bastion. Zur Brücke gehörten wohl auch eine Zugbrücke und ein Torgebäude. Fachleute sind der Meinung, dass diese Anlage zu den fortschrittlichsten der damaligen Zeit zählte.
Felix NussbaumDer am 11. Dezember 1904 in Osnabrück als Sohn der gutbürgerlichen, jüdischen Kaufmannseheleute Philipp und Rahel Nussbaum geborene Künstler wuchs in einem Umfeld aus Geborgenheit sowie musikalischer und künstlerischer Prägung auf. Bereits 1924 begann Felix Nussbaum sein Kunststudium in Berlin, wo er seine spätere Ehefrau, die polnische Malerin Felka Platek, kennenlernte. Für Nussbaum begann eine beeindruckende Karriere. Schon 1932 reiste er als Studiengast der Deutschen Akademie in die Villa Massimo nach Rom. Die aufkommenden Diskriminierungen nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten machten sich auch in Italien bemerkbar. Nussbaum verließ Rom und gelangte gemeinsam mit Felka Platek im Februar 1935 nach Belgien. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und dem Einmarsch deutscher Truppen wurde Nussbaum vorerst im südfranzösischen Lager Saint Cyprien inhaftiert, flüchtete im Sommer 1940 aber nach Belgien zurück. Dort versteckte er sich mit seiner Frau bis 1944 an verschiedenen Orten. Am 20. Juni 1944 wurden beide verhaftet und über das Sammellager Mechelen nach Auschwitz deportiert und ermordet, ihr Todesdatum ist unbekannt. Seine in Brüssel versteckten Bilder wurden 15 Jahre später von einer Cousine Nussbaums wiederentdeckt. Wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation verarbeitete Nussbaum den Holocaust in seinen Werken. Sie behandeln die Themen Flucht, Vertreibung, Krieg und fragen nach kultureller und religiöser Identität. Auch die Werke seiner Frau Felka Platek sind dauerhaft im Felix Nussbaum Haus zu sehen. Diese Sammlung erweitert sich durch Schenkungen unbekannter Werke.
Das Felix-Nussbaum-HausMit schiefwinklig aneinander stoßenden Wänden, schrägen Fensterschlitzen, kreuz und quer in den Raum ragenden Raumteilern, spitzwinkligen Nischen und Fußbodenausschnitten zwischen den Etagen, die von Gitterrosten überdeckt werden, macht sich die Biographie Nussbaums in der Architektur des Felix-Nussbaum-Hauses visuell erfahrbar. Die Verwendung der Materialien und die Ausrichtung der Gebäudeteile spiegeln die verschiedenen Lebensstationen des Künstlers wider. Der Haupttrakt ist mit deutscher Eiche verkleidet und ausgerichtet auf die Alte-Synagogen-Straße, er symbolisiert die Herkunft, bzw. die Kindheit. Der Nussbaum-Gang, ein fensterloser, langgestreckter Baukörper aus Sichtbeton steht für…
Quelle: Open Data Niedersachsen (destination.one). Text: CC0. Angaben ohne Gewähr.